Bis 27. November 2020
 
Fotoausstellung
Versunkene-Welt

Versunkene Welt

Die Fotografien des weststeirischen Landwirts, Musikers und Motorradpioniers Franz Fauth
Zu Lebzeiten war Franz Fauth (1870–1947) im oberen Sulmtal eine illustre Persönlichkeit. Er verschreckte als einer der ersten Motorradbesitzer im Bezirk Deutschlandsberg Mensch und Vieh und erfreute sich als Musikant des »Fauth Trios« großer Beliebtheit.

Seit 1888 war Fauth auch als Fotograf tätig und betrieb erfolgreich ein Atelier auf seinem Hof in Korbin. In den Bildern des Steirers spiegeln sich auch die politischen Umbrüche wider. Alle haben in seinem Hofatelier Aufstellung genommen: Bauersleute, fahrende Händler, Hochzeiter und Jäger, noble Damen, Soldaten der k.u.k.-Armee, Hitlerjungen, SA-Angehörige, Wehrmachtssoldaten, Kriegsgefangene und Tito-Partisanen. Die Namen der abgebildeten Personen sind meist unbekannt.

»Franz Fauth macht in seiner Fotografie keinen Unterschied zwischen Freund und Feind, das ist auch österreichweit eine singuläre, beachtenswerte Position«, sagt Heimo Hofgartner von den Mulitmedialen Sammlungen im Universalmuseum Joanneum. Fauths kulturhistorisches Vermächtnis wurde 2016 in Korbin – nur knapp zehn Kilometer von St. Ulrich in Greith entfernt – in einer »fotoarchäologischen Grabung« gehoben: 12.000 Glasplattennegative, Fotopositive, Dokumente und fotografische Geräte lagen auf dem Heuboden oberhalb der einstigen Dunkelkammer. Die Ausstellung »Versunkene Welt« erzählt die außergewöhnliche Geschichte des außergewöhnlichen Weststeirers Franz Fauth.

Kurator: Martin Behr


Eröffnung: Samstag, 12. September 2020, 18 Uhr
Musikalische Begleitung: Gstrichen Vui

Ausstellung: 13. September bis 27. November 2020
Für Besichtigungen ist das Greith-Haus Freitag und Samstag jeweils von 14 bis 18 Uhr, an Veranstaltungstagen ab 14 Uhr und jederzeit nach telefonischer Voranmeldung geöffnet.
Eintritt frei
In Kooperation mit dem Museum für Geschichte, Graz/Universalmuseum Joanneum