Der stille Ozean (Leseprobe)


Gerhard Roth: »Der stille Ozean«

Als Ascher nach einer unruhigen verbrachten Nacht (in der er eine am Vorabend auf dem Dachboden zwischen Maiskolben entdeckte Hacke neben sein Bett gelegt hatte) erwachte, fiel sein Blick auf den noch gepackten Koffer. Er erinnerte sich, dass er nicht imstande gewesen war, die Einladung es Hausvermieters zur Fasanenjagd auszuschlagen und dass ihn der Gedanke daran bis zum Einschlafen belästigt hatte, nun aber bei Tageslicht fand er sich damit ab. Auf diese Weise würde er die Bewohner der Gemeinde kennenlernen, auch würde es ihm erspart bleiben, sie einzeln anzulügen. Beim Ankleiden dachte er kurz an seine Frau und das Kind, dann trat er aus dem Haus. Wegen des Nebels konnte er nur bis zum nächsten Apfelbaum sehen. Er ging die Straße entlang zur Hügelkuppe, wo er einen Mann, der ihm mit einem Rucksack entgegenkam, nach dem Haus des Jagdleiters fragte, jedoch verstand er seine Auskunft nicht, schloss aber aus der Handbewegung, dass er sich auf dem richtigen Weg befand. …

© S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main, 1980