»Im Irrgarten der Bilder«

Gerhard Roth besucht seit 1976 regelmäßig die Gugginger Künstler. Damals fuhr er hin, um den Leiter Leo Navratil und den Dichter Ernst Herbeck zu treffen. In der Folge besuchte er sie alle immer wieder: August Walla, Johann Hauser, Oswald Tschirtner, heute ausnahmslos Künstler von Weltruf, aber auch die Vertreter der »zweiten Generation« wie Arnold Schmidt, Karl Vondal oder Leonhard Fink.

Bilder: © Privatstiftung Künstler aus Gugging; Sammlung Infeld

Roth blickt hinter die Kulissen, ihn interessieren die Außenseiter und die Vergessenen, das Verschwiegene und Verdrängte. Bei seinen akribischen Recherchen hat der Schriftsteller immer die Kamera dabei, um »Fotonotizen« anzufertigen. Für Roth stellen die 10 x 15 cm großen Bilder ein »Zwischenstadium zum Schreiben« dar. In der Ausstellung im Greith-Haus wird ein faszinierender Einblick in eine fantastische Bilderwelt mit bisher unveröffentlichtem Fotomaterial gewährt.



»Alle Künstler der Art brut, der auch die Gugginger zuzurechnen sind, stellen die Welt, wie sie ist, infrage. Es sind Gedanken-Bilder, Erinnerung und Wahrnehmung vermischen sich in ihnen, dabei überspringen sie leichtfüßig das Hindernis der Logik«, schreibt Gerhard Roth 2006 in Die Zeit unter dem Titel »Wahn und Sinn«.

Zur Ausstellung erschien im Residenz Verlag der gleichnamige Kunstband »Im Irrgarten der Bilder« mit zahlreichen Abbildungen der Künstler und ihrer Werke sowie Texten von Gerhard Roth über ihr Leben und ihre Bilder. Mehr als 300 seiner Fotografien zeigen sein tiefes Verständnis für das Leben und Schaffen dieser außergewöhnlichen Menschen.