Arik Brauer
Arik Brauer
Foto: Helge Sommer

Arik Brauer

Künstlerisches Multitalent

Arik Brauer wurde am 4. Jänner 1929 in Wien in eine russisch-jüdische, aus Litauen stammende Schuhmacherfamilie geboren. Der National­sozialismus beendete seine unbeschwerte Kindheit in Wien, der Vater starb in einem Konzentrationslager, er selbst überlebte mit Mutter und Schwester in einem Wiener Versteck. Nach Kriegsende inskribierte der damals 16-Jährige an der Akademie der Bildenden Künste, Albert Paris Gütersloh und Herbert Boeckl waren seine Lehrer. Nach dem Studium unternahm er ausgedehnte Reisen, vor allem die Eindrücke aus dem Orient sollten sein späteres Werk prägen. Mit seiner Frau Naomi ließ er sich in Paris nieder, wo das Paar mit Singen seinen Lebens­unterhalt bestritt. Als er nach Wien zurückkehrte, genossen die Phantastischen Realisten bereits große Popularität. In den 1970er-Jahren erreichte die Gesangskarriere des Multitalents ihren Höhepunkt, mit Dialektliedern wie »Sie ham a Haus baut« war er an der Geburt des Austropops maßgeblich beteiligt. Zudem war er als Grafiker, Bühnen- und Kostümbildner tätig und beschäftigte sich in den 90er-Jahren mit Architektur. 1997 zog er sich nach zwölfjähriger Lehrtätigkeit als Professor von der Akademie der Bildenden Künste zurück. Brauer lebt in Wien und Israel.