Rudolf Hausner
Rudolf Hausner
Foto: Wolfgang Schneider

Rudolf Hausner

Der große Geheimnisvolle

Rudolf Hausner wurde am 4. Dezember 1914 als Sohn eines Sonntagsmalers in Wien geboren. Nach dem Gymnasium studierte der unbeirrbare Selbsterforscher, der aus Selbstzweifel manches Bild wieder zerstörte, an der Akademie der Bildenden Künste. Seine Werke wurden 1938 mit Ausstellungsverbot belegt, er selbst 1941 zum Wehrdienst eingezogen. Nach Kriegsende gründete Hausner gemeinsam mit Edgar Jene, Ernst Fuchs, Wolfgang Hutter und Fritz Janscha eine surrealistische Gruppe im legendären Wiener Art Club. 1959 war er Teilnehmer der dokumenta II in Kassel, in dieses Jahr fallen auch die Geburt der »Wiener Schule des Phantastischen Realismus« und die erste Gruppenausstellung im Oberen Belvedere. Der zurückhaltende Repräsentant dieser Gruppe hat sich zeitlebens als obsessiver Selbstbetrachter in den Mittelpunkt seiner Bilder gestellt und mit »Adam« und »Odysseus« ein Kunstgeschichtekapitel des Phantastischen Realismus geschrieben. Die 1960er-Jahre brachten Aufstieg und Ruhm, er wurde nach Hamburg und an die Wiener Akademie berufen und in Ausstellungen wie in New York, Los Angeles oder Tokio gefeiert. Der große »Geheimnisvolle« und »Altmeister« der Realisten, der die Interpretation seiner Rollen-Selbstbildnisse gerne anderen überlassen hat, starb am 25. Februar 1995 in Wien.