13. Juni 2005
 
Kleine Zeitung

Die Sehnsucht nach der Ankunft im Ich

»Ich glaube, dass Malen so etwas Ähnliches ist wie Trinken«, sagt Franz Ringel. Rauschhaft sind demnach auch seine pastosen Arbeiten wie jene aus jüngerer Zeit, die im Kulturhaus St. Ulrich im Greith zu bestaunen sind. Der 65-jährige Grazer mit internationaler Karriere hat immer den Menschen und dessen Leben zwischen Traum und Albtraum im Blick. Die thematische Düsternis in seinen Gemälden und Radierungen bildet mit dem verschwenderischen Leuchten der Farben das Kraftwerk eines Suchenden. »Die Reise nach Petuschki«, so der Ausstellungstitel nach einem russischen Kultroman aus den 1970ern, ist bei Ringel eine Reise zu sich: ewige Sehnsucht nach der Ankunft im Ich.

Michael Tschida