Oktober 2005
 
Kleine Zeitung

Ein Quartett und seine Nonsensationen

Geburtstagsfest von und für Wolfram Berger.

Er war »Überraschungsgastgeber«, folgerichtig gestaltete er seine Geburtstagsfeier gleich selbst mit. Dass Wolfram Berger tatsächlich 60 ist, kann er einem anderen Nasenbären aufbinden. Da nützte es auch nichts, dass sein Zwilling im Feingeiste, Markus Schirmer, am Klavier »Du kannst nicht immer 70 sein« spöttelte oder der irakische Kurde mit steirischem Staatsbürgerschaftsnachweis Risgar Koshnaw an der Laute »Mit 66 Jahren…« anstimmte: Der Berger, der ist so gut wie jung.

Das kleschvolle Kulturhaus St. Ulrich im Greith, das für den Jubilar das Fest ausrichtete, wurde von ihm postwendend belohnt: Mühelos wechselte der aus Graz gebürtige Schauspieler mit internationalem Renommee zwischen Dadadarbietungen von Hugo Ball und Strizzi-Wienerisch a la H. C. Artmann, lallte als Ein-Mann-Duo Dean Martin/Johnny Walker »That‘s amore« und streute noch da und dort karlvalentinesk »ein Lied mit Gesang« ein. Dem Reigen der gepflegten Nonsensationen setzte Axel Marquardt das Tüpferl aufs i. Der aus Hamburg eingeflogene Satiriker blätterte in seiner Laudatio mit »investigativer Dichtkunst« die Schattenseiten des Geburtstagskinds auf: Dass Wolfi B. alles schlägt, wussten wir schon. Aber Kellner?

Michael Tschida