10. Juni 2008
 
Salzburger Nachrichten

Fabelhafte Mischwesen aus der Innenwelt

Peter-Pongratz-Retrospektive im südweststeirischen Kulturhaus St. Ulrich im Greith: »An der Biegung des Flusses«

(…) Die Ausstellung macht deutlich, wie sich Pongratz von Vorbildern wie Jean Dubuffet oder Friedrich Schröder-Sonnenstern gelöst und zu einer eigenständigen Mesalliance zwischen Art brut, Stammeskunst und privaten Mythologien gelangt ist. Bei seinen Versuchen, »das naturwissenschaftliche Bild von der Erde als Karikatur, Wahnwelt und Märchen« (Gerhard Roth) zu malen, kokettiert er in den 80er Jahren stilistisch mit den »Neuen Wilden« in Deutschland und Österreich, kehrt aber alsbald wieder in seinen anmutigen Kinderkritzelkosmos zurück. (…)

Es ist schwarzer Humor, der den spielerischen Expressionismus des Künstlers auf Schritt und Tritt begleitet. Die Augen der Betrachter folgen Pongratz in fantastische Paradiesgärten, wo bemitleidenswerte Gärtner mit wuchernden Strichpflanzen kämpfen, wo zwischen Wildwasserrauschen und traurigen Silhouettenmännchen ein Motto regiert: »Get Mad.«

Martin Behr