21. Oktober 2002
 
Kleine Zeitung

Hexen bei Vollmond

Zwielichtige Gestalten in St. Ulrich im Greith.

Eine »lange Nacht der Dichter« wurde die (Fast-)Vollmondnacht nur in der zeitlichen Ausdehnung: Nach zweieinhalb pausenlosen Stunden hatten sich die geduldig im Kulturhaus von St. Ulrich im Greith ausharrenden Zuhörer eine heiße Stärkung aus dem Kessel verdient. Die wurde aber sinnigerweise im Freien serviert. Eine andere Form von Kälte war schon zuvor zu spüren, nämlich in den Texten von Thomas Bernhard und Bea Zaunschirm.

Nicht in deren Interpretationen, versteht sich. Die Chansonette strahlte vielmehr gehörigen Charme aus und der Burgtheatermime Ignaz Kirchner ist schlicht ein Ereignis. Da war man fast besorgt, wie es nach seinem Auftritt weitergehen könnte.

Völlig unbegründet, denn Fritz Krenn machte aus seinen Kindheitserinnerungen eine spannende Geschichte. Egyd Gstättner nahm auf trocken-satirische Art die Gesellschaft und die Politiker aufs Korn und Peter Stelzl entführte in eine Zeit, als noch Hexen und andere zwielichtige Gestalten ihr (Un-)Wesen trieben.

Ernst Scherzer