26. Juni 2004
 
Leibnitz Aktuell

Neues und mittelaltes vom Altmeister

Zeitgleich mit Waldorf in Graz wird im Greith-Haus zu St. Ulrich mit Hans Staudacher ein weiterer Altmeister der heimischen zeitgenössischen Malerei mit einer retrospektiven Werkschau geehrt, oder ehrt die Schau den Ort? Eins den anderen und beide einander.

Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen, die Programmpolitik der St. Ulricher, wie hier einmal mehr deren Zusammenarbeit mit der Galerie Hilger, ist klug und wertvoll: So lassen sich zu beidseitigem Nutz und Frommen Künstler und Kunst der Oberklasse in die Region holen und das hat einfach eine ganz andere Qualität und damit hoffentlich auch eine tiefere Wirkung als all deren drittklassige Imitatoren und sonstiges Als-ob-Gesocks, das man uns in diesen Breiten immer wieder vorsetzen will. Das Greith-Haus ist an und für sich nicht wirklich geeignet für Ausstellungen, aber irgendwie schaffen es die Verantwortlichen, aus der Not eine Tugend zu machen und den Auditoriums-Charakter des Raums durch kecke Betonung in ein eigenes Erlebnis umzukehren, und gerade eine Retrospektive bekommt hier etwas freundlich Akademisches mit einem Hauch von Naturkabinett. Passt gut zu Staudacher!

Ronnie Herbolzheimer