Juni 2008
 
80 Kulturzeitung

Peter Pongratz – »Inflagranti«

Unter dem Titel »An der Biegung des Flusses« widmet man sich im südweststeirischen St. Ulrich, genauer im Kulturzentrum »Greith-Haus«, dem österreichischen Maler Peter Pongratz. Im Zuge einer Sommerausstellung ist man darum bemüht, dem Besucher eine Übersicht über das vielseitige Schaffen eines der größten Maler unserer Zeit zu verschaffen. »80« besuchte den Künstler in seinem Atelier in Wien, um seinen Lesern einen Vorgeschmack zu geben.

Ab 6. Juni wird im Greith-Haus in St. Ulrich eine große Ausstellung über Ihr bisheriges Schaffen eröffnet. Wie kam es zu diesem Projekt?
Pongratz: Geplant war diese Ausstellung bereits vor Jahren, zu Stande gekommen ist sie jedoch nie – Gründe dafür gab es verschiedene. Nun, nach vielen Jahren findet sie in St. Ulrich statt. Ich freu mich natürlich darüber – gedacht ist sie als Retrospektive.

Also erhält der Besucher einen Querschnitt Ihres Schaffens?
Pongratz: Darum ist man bemüht. Ich finde das aber ein wenig übertrieben, denn erstens bin ich ja noch nicht gestorben, und zweitens weiß ich noch gar nicht, ob die Umsetzung technisch überhaupt möglich ist.

Gibt es überhaupt einen typischen Pongratz?
Pongratz: Viele Grazer wissen gar nicht, was ich alles in meinem Leben gemacht habe. Ich glaube, dass es mir nicht immer genützt hat, von meiner Neugier getrieben mein ganzes Leben experimentiert zu haben – geschäftlich gesehen – nicht persönlich. Ich bin sehr schwer einzuordnen! Wie man an vielen österreichischen Künstlern gesehen hat, ist es am gewinnbringendsten, sein ganzes Leben das gleiche Bild zu malen. (…)

»Es gibt nicht einen typischen Pongratz, sondern eine ganze Menge. Manche Sammler, Kuratoren und Galeristen haben das nicht gern.« Peter Pongratz

SZ