April 2001
 
Architektur Aktuell

Szyszkowitz+Kowalski … bauen für das Laubdorf

Die Bilder täuschen: Was wie eine selbstbewusste Architekturmanifestation ohne jeden Kontext wirkt, ist in Wahrheit ein mittelgroßer Zubau zu einem Schulgebäude. An einem steilen Hang in einer Geländefalte liegend, entzieht es sich fast den Blicken der Passanten auf der darüber vorbeiführenden Straße. Markante Dach- und Wandformen sind im Kontext des »Stillen Ozeans«, dem von Gerhard Roth und anderen literarisch beschriebenen Weinhügelland in der Südsteiermark, nicht als Kontrast oder Intervention wahrnehmbar, sondern eher als eine Art künstliches Gewächs, dass sich schuppenartig an den Hang gelegt hat. Das Kulturhaus St. Ulrich ist aber nur der baulich sichtbar gewordene Teil einer größeren »Dorfidee«. Sie wurde von (zugereisten) Künstlern und lokalen Kulturschaffenden entwickelt, um dem wirtschaftlich schwach entwickelten Landstrich ein zukunftsfähiges neues Profil zu geben. Dabei setzt man auf Tourismus und die Kombination künstlerischer mit kulinarischen und landschaftlichen »Erlebnissen«. So soll die traditionelle lokale Kultur mit der neuen urbanen Wahrnehmung, die sich als authentisch versteht, verschmelzen und neue Werte entwickeln.