28. Februar 2006
 
Kleine Zeitung

Vom Erzählen in Wort und Bild

Angelika Kaufmanns Kunst der Illustration in einem repräsentativen Querschnitt.

Angelika Kaufmann (die sich von ihrer Kollegin aus dem 18. Jahrhundert unter anderem durch ein f unterscheidet) zählt zu Österreichs wichtigen Gegenwartskünstlerinnen. Die gebürtige Kärntnerin, die im Vorjahr ihren 70. Geburtstag feierte, studierte an der Wiener Angewandten und an der Kunstakademie in Krakau. Seit Mitte der 1960er-Jahre machte sie in zahlreichen Ausstellungen durch ein vielfältiges, einer markanten Handschrift verpflichtetes Werk auf sich aufmerksam.

Seit 1970 ist die Künstlerin mit der markant gepunkteten Kurzhaarfrisur als Gestalterin von Bilderbüchern tätig. Immer wieder sind es dabei eigene Texte, die Kaufmann in adäquate Bilder umsetzt. So in einem ihrer jüngsten Bücher, das auch ihrer kommenden Personale in St. Ulrich im Greith den Titel gibt: »Ich und Du, Du und Ich«. Eine behutsame Geschichte über den Umgang mit dem Verlust geliebter Menschen (Bibliothek der Provinz).

Höchst erfolgreiche Bücher schuf Kaufmann mit Mira Lobe (u.a. »Zwei Elefanten, die sich gut kannten«, »Der Apfelbaum«, »Komm, sagte der Esel«, »Komm, sagte die Katze«), Käthe Recheis (»Tommy und die Burggespenster«) und Friederike Mayröcker (»Sinclair Sofokles, der Baby-Saurier«)

Kaufmanns Liebe zur Literatur, zum Wort, schlägt sich auch abseits der Sparte Kinderbuch in Kooperationen mit Autorinnen wie Mayröcker und Elfriede Gerstl nieder. Und es ist kein Zufall, dass ein wichtiger Werkzyklus »Grenzen des Alphabets« heißt und eine große Ausstellung im Vorjahr im Literaturhaus Wien stattfand.

Das südweststeirische Kulturhaus setzt mit dieser Ausstellung eine Reihe fort, die ein sonst eher vernachlässigtes Genre würdigt: die (Kinderbuch-)Illustration. Lisbeth Zwergers Arbeiten waren bereits zu sehen, ebenso die von Erwin Moser.

Walter Titz