14. Jänner 2017  19:30 Uhr
 
Galakonzert
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v.l.n.r.: Sigi Feigl (Foto: Silvio Rether, KUG), Friedrich Kleinhapl (Foto: Christian Jungwirth/bigshot.at), Vincent Veneman (Foto: Allard Gosens)

Bridges – Brücken

Friedrich Kleinhapl & CrOv-Ensemble

Dirigent: Sigi Feigl

»Wie kolossale Gebirge ragen sie in den Himmel: Bach, Mozart, Beethoven, Brahms umgeben von imposanten Felsmassiven wie Schubert, Wagner, Strauss, Schostakowitsch und die vielen anderen. Durch schroffe Felswände und Abgründe heben sie sich markant voneinander ab. Zu den Größen anderer Stile tun sich aber geradezu unüberwindbare Schluchten auf. Doch unaufhaltsam baut die Zeit Brücken – atemberaubende Kunstwerke, die alle Abgründe zwischen Komponisten, Stilen und Epochen überspannen. Wie ein Triumph genialer Musik über alles Trennende.« – Friedrich Kleinhapl

Friedrich Guldas Cellokonzert ist ein Paradebeispiel für das unbekümmerte Überbrücken von tiefen Abgründen zwischen unterschiedlichen Stilen. Gulda lässt sein Konzert vom Pop-Rock über die Mozart’sche Klassik zur Moderne und von dort zur Alten Musik wandern, um im letzten Satz bei der Dorfblasmusik zu enden.

Zudem schlägt dieses Konzert eine Brücke zwischen dem Klassiker Friedrich Kleinhapl und dem Jazz-Musiker Sigi Feigl. In diesem Programm werden aber nicht nur Brücken zwischen verschiedenen Stilen errichtet, sondern auch zwischen Epochen. Mehr als 300 Jahre trennen den Urvater der Klassischen Musik Johann Sebastian Bach und seine Solosuite Nummer 1 von dem jungen niederländischen Komponisten Vincent Veneman. Und welcher Ort könnte besser geeignet sein für ein solches Programm als das Greith-Haus mit seiner Offenheit für Visionen.

Programm:
Johann Sebastian Bach: Suite für Cello solo 1 G-Dur, BWV 1007
Oistein Sommerfeldt: »Monologi« op. 45
Vincent Veneman: »Impromptu« für Ensemble (Uraufführung)
Friedrich Gulda: Konzert für Violoncello und Blasorchester
 


Konzertrückblick »Bridges – Brücken«

Eis und Schnee konnten die Gäste nicht abhalten, zahlreich zum Galakonzert und zugleich Jahresauftakt ins Greith-Haus zu kommen. Belohnt wurden sie mit einem großartigen Konzert, das ganz dem Titel entsprechend Brücken schlug zwischen den Stilen und Epochen.

Friedrich Kleinhapl war in Höchstform und begeisterte auf seinem Violoncello von Giovanni Battista Guadagnini (Piacenza 1743 »ex von Zweygberg«) aus der Sammlung wertvoller Streichinstrumente der Österreichischen Nationalbank. Und der Niederländer Vincent Veneman bescherte dem Greith-Haus mit seinem Stück »Impromptu« die allererste Uraufführung; der Komponist zeigte sich – wie auch das Publikum – überaus begeistert, dieses »in so einem besonderen Haus« erstmals aufgeführt erleben zu können.

Korrespondierend zur Erstaufführung von Venemans Komposition gab es im Greith-Haus auch die Premiere eines neuen Ensembles unter der Leitung von Sigi Feigl. Die kammermusikalische Formation, die sich im Cross-Over- (CrOv) Bereich von Jazz und Klassik positioniert, soll jungen Komponisten die Möglichkeit eröffnen, die Brücken zwischen (klassischer) Komposition und (Jazz-)Improvisation auf höchstem musikalischen Niveau auszuloten. Die Mitglieder des dynamischen und höchst professionellen Ensembles sind alle Absolventen bzw. Studierende der Kunstuniversität Graz und kommen sowohl aus den klassischen Instituten als auch vom renommierten Jazzinstitut.

Der Konzertabend gipfelte sodann auch mit Bravour in Friedrich Guldas »Konzert für Violoncello und Blasorchester« und wurde mit lang anhaltendem Applaus gewürdigt.

In einer feierlichen Geste wurde dem Greith-Haus schließlich die Partitur des Stückes von Vincent Veneman (unterzeichnet von allen mitwirkenden Künstlerinnen und Künstlern) übergeben, nicht zuletzt als Dank für das Bemühen der Leiterin des Greith-Hauses Corinna Löw, auf deren Engagement hin dieses Konzert zustande kommen konnte.
 

Fotos: johnnywh.at / Gerald Leitgeb