24. Februar 2018  19:30 Uhr
 
Alles Film!
Nina-Proll
Nina Proll
Foto: Robert Niederl

Filmabend mit Nina Proll

Bühnengespräch und Filmvorführung »Anna Fucking Molnar«

Im Greith-Haus präsentiert Nina Proll ihren brandneuen Film »Anna Fucking Molnar« – eine Komödie, in der sie nicht nur die Hauptrolle spielt, sondern für die sie auch das Drehbuch verfasste.

Die exzentrische Schauspielerin Anna (Nina Proll) findet sich plötzlich am Tiefpunkt ihrer Karriere wieder. Die Theaterpremiere ging ihretwegen den Bach runter, ihr nunmehriger Ex-Freund (Gregor Bloéb) hat auch schon eine Neue, und ihr Alter übersteigt mittlerweile jenes bei weitem, bis zu dem man noch von Papa (Uwe Ochsenknecht) aus dem Dreck geholt werden könnte. Alles schreit nach einem Neubeginn. Doch kommen tut vorerst nur ein Feuerwehrmann – Christian (Murathan Muslu)…

Sabine Derflinger verfilmte das Drehbuch von Nina Proll, die auch die Hauptrolle spielt – eine hinreißend bissige Tour de Force quer durch Ego- und Potenzprobleme sowie ganz normale Showbiz-Troubles.

Anna Fucking Molnar
Österreich 2017, 100 Minuten
Regie: Sabine Derflinger
Drehbuch: Nina Proll, Ursula Wolschlager
Mit: Nina Proll, Murathan Muslu, Uwe Ochsenknecht, Nadeshda Brennicke, Franziska Weisz, Mavie Hörbiger, Gregor Bloéb, Robert Palfrader u. a.

Nina Proll, geboren 1974 in Wien, absolvierte mit 16 Jahren einen Schauspielkurs und nahm Gesangs- und Tanzunterricht. Nach ihrer Matura besuchte sie die »Performing Arts Studios« der Vereinigten Bühnen Wien und trat in Musicals wie »Jesus Christ Superstar«, »Sweet Charity« und »Cabaret« auf. Ihre ersten Filmauftritte hatte sie 1995 in Xaver Schwarzenbergers TV-Filmen »Lovers« und »Das Kapital« sowie Wolfgang Murnbergers »Auf Teufel komm raus«. Im Kino fiel sie durch ihre Hauptrolle im österreichischen Komödienhit »Hinterholz 8« (1998) erstmals einem breiten Publikum auf.

1999 feierte sie als Hauptdarstellerin in Barbara Alberts Spielfilm »Nordrand« ihren ersten großen Filmerfolg. Die Rolle brachte ihr mehrere Auszeichnungen, darunter den Marcello-Mastroianni-Preis bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig als beste Nachwuchsschauspielerin und jenen als Shooting Star des Europäischen Films ein.

Das Multitalent Nina Proll feiert aber nicht nur auf Bühne und Leinwand Erfolge, sie hat auch als Sängerin bereits mehrere CDs veröffentlicht. Mit dem Film »Anna Fucking Molnar« gab sie nun ihr Debüt als Drehbuchautorin.


R Ü C K B L I C K

Filmabend mit Nina Proll

Bühnengespräch mit Nina Proll und dem Filmproduzenten Alexander Glehr. Moderation: Christian Ude (Kleine Zeitung).

Es war ein Filmabend, wie man ihn sich besser kaum vorstellen kann: Eine charmante, charismatische Schauspielerin, die bereitwillig und offen die zahlreichen Publikumsfragen beantwortete. Ein Moderator, der ebenso profund wie anregend durchs spannende Gespräch führte. Und als Sondergast ein Filmproduzent, der kenntnisreich Einblicke in die Entstehung von Filmen geben konnte. Das alles bei filmischer Unterhaltung in einem ausverkauften Haus – kurz: Ein voller Erfolg!

Christian Ude von der Kleinen Zeitung führte das Filmgespräch mit Alexander Glehr und Nina Proll – es reichte von der Entstehung von Drehbüchern und ganzen Filmen bis hin zu Themen wie die Rolle der Frau im Filmgeschäft und damit verbunden die #metoo-Debatte – inklusive Aufklärung der vielfach falschen Rezeption von Nina Prolls Statement diesbezüglich.

Nach der Filmvorführung von »Anna Fucking Molnar« und dem ausgedehnten Gespräch (geplant waren 30-40 Minuten, geworden ist es mehr als eine Stunde) gab Nina Proll den Besucherinnen und Besuchern noch unzählige Autogramme – ganz entspannt und herzlich lachend, obwohl der Tag für sie bereits einigermaßen strapaziös war, kam sie doch eigens für den Talk aus Telfs(!) angereist. Dass es ihr im Greith-Haus gefallen hat, davon darf man ausgehen – dem »anspruchsvollen steirischen Publikum« (Proll) wurde sie zweifellos in jeder Hinsicht gerecht.

 

Fotos: johnnywh.at / Gerald Leitgeb