14. Oktober 2017
18:00 Uhr
Alles Film!
171014-filmabend
v.l.n.r.: Stefan Ruzowitzky (Foto: Josef Fischnaller), Karl Markovics (Foto: Till Brönner)

Filmabend mit Stefan Ruzowitzky & Karl Markovics

Mit dem Spielfilm »Tempo« lieferte Stefan Ruzowitzky 1996 sein – mit dem Max-Ophüls-Preis ausgezeichnetes – Regie- und zugleich auch Drehbuchdebüt ab. Es folgte »Die Siebtelbauern«, ein von der Kritik gelobtes Drama im bäuerlichen Milieu des Mühlviertels in der Zwischenkriegszeit, das einige internationale Filmpreise erhielt. Danach führte Ruzowitzky bei den deutschen Thrillern »Anatomie« und »Anatomie 2« Regie. 2007 stellte er bei der Berlinale seinen neuen Film »Die Fälscher« vor. Das von der Kritik viel beachtete KZ-Drama wurde 2008 bei der 80. Oscarverleihung als Bester fremdsprachiger Film ausgezeichnet – der erste Oscar für einen österreichischen Beitrag überhaupt. Seit Oktober 2013 hat er gemeinsam mit Ursula Strauss die Präsidentschaft über die Akademie des Österreichischen Films inne.

Karl Markovics übernahm seine erste Filmrolle 1991 im Kinofilm »Hund und Katz« von Michael Sturminger. 1993 spielte er den Kirchingerwirt in Paul Harathers tragikomischem Roadmovie »Indien«. Einem breiteren Publikum wurde er als Bezirksinspektor Stockinger bekannt – zuerst in der österreichischen Krimiserie »Kommissar Rex«, danach in der Spin-Off-Serie »Stockinger«. Es folgten weitere Filmrollen, unter anderem in »Hinterholz 8«, »Late Show«, als Hauptdarsteller neben Julia Stemberger in »Geboren in Absurdistan« sowie in »Komm, süßer Tod«.
In den folgenden Jahren spielte Markovics in zahlreichen TV- und Theaterproduktionen, unter anderem am Theater in der Josefstadt und am Wiener Volkstheater, wo er im Jahr 2005 mit Eugène Ionescos »Die kahle Sängerin« auch erstmals selbst ein Stück inszenierte. Die Hauptrolle des Salomon Sorowitsch in Stefan Ruzowitzkys Film »Die Fälscher« ist Markovics’ bislang größter internationaler Erfolg. 2009 war Markovics zusammen mit anderen österreichischen Filmschaffenden Mitbegründer der Akademie des Österreichischen Films. 2011 gab er mit dem Spielfilm »Atmen« sein Debüt als Regisseur und Drehbuchautor. Die Produktion wurde zu den 64. Filmfestspielen von Cannes eingeladen und dort mit dem Prix Europa Cinemas Label sowie 2012 in sechs Kategorien mit dem Österreichischen Filmpreis ausgezeichnet.

Beim Filmabend im Greith-Haus treffen sich Ruzowitzky und Markovics zum Gespräch mit dem Filmexperten Gernot Rath, Leiter der Abteilung Kultur und Kommunikation bei ORF Steiermark und selbst eine zeitlang als Filmregisseur tätig.

Alles Film! – Programm:

Filmvorführung »Die Fälscher« (2007)
Drehbuch und Regie: Stefan Ruzowitzky

Mit: Karl Markovics, August Diehl, Devid Striesow, Marie Bäumer, Dolores Chaplin u.v.a.
Die wahre Geschichte von Salomon Sorowitsch, einem genialen Geldfälscher und Lebemann. Er wurde 1944 ins deutsche KZ Sachsenhausen gesperrt, wo er für die Nazis federführend in der größten Geldfälschungsaktion aller Zeiten beteiligt war.

Filmgespräch (Moderation: Gernot Rath)

Filmvorführung »Atmen« (2011)
Drehbuch und Regie: Karl Markovics

Mit: Thomas Schubert, Karin Lischka, Gerhard Liebmann, Georg Friedrich, Stefan Matousch u.a.
Karl Markovics’ vielbeachtetes und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnetes Regiedebüt erzählt vom straffälligen Jugendlichen Roman Kogler, der als Freigänger einen Job bei der Wiener Bestattung annimmt und dadurch ins Leben zurückfindet.
 


Veranstaltungsrückblick

Trotz der kurzfristigen Verhinderung von Karl Markovics war es eine gelungene Veranstaltung und ein spannender Abend für Publikum und Gäste.
 

Fotos: johnnywh.at / Gerald Leitgeb