20. Mai 2000
11:00 Uhr
Eröffnung

Greith-Haus Eröffnung

Blasmusik und Jazzband verständigen sich untereinander und mit dem Publikum im Rhythmus Greith – Greith – Greith – zur Eröffnung des Hauses. Um Kommunikation geht es dem Jazztett Forum Graz und Berndt Luef auch prinzipiell, so entwickeln sie miteinander Gegenkonzepte zum Trennungsprozess zwischen der Arbeit des Komponisten und der Instrumentalisten und gleichzeitig gegen die Vereinnahmung der Musik durch Quoten- und Kommerzstrategien. Auch möchte die Gruppe zu aktuellen politischen Ereignissen Stellung beziehen.

Berndt Luefs »The Refugees«

Zu »The Refugees«, der Aufführung des Abends, sagt Berndt Luef: »Nach einem Bericht über die weltweiten Flüchtlingsströme habe ich diese Komposition in der Vorstellung geschrieben, wie es wäre, wenn ich plötzlich selbst alles aufgeben und ums nackte Überleben laufen müsste – soweit das überhaupt möglich ist.«

xxKunstkabel

Das Fernsehbild ist das tatsächliche zeitgenössische Bild, es entspricht der modernen Erfahrung, darum ist es nicht nur praktisch, sondern auch programmatisch zu verstehen, wenn der erste Beitrag Bildender Kunst im Kulturhaus St. Ulrich ein Videofilm ist.

Eva Kleinsasser und Markus Haslinger bilden die Gruppe »xxKunstkabel«, sie haben ein Video gemacht, in dem das Kulturhaus in differenzierter Weise reflektiert wird: Der Bau, sein Standort, sein Inhalt, seine Bedeutung. Praktisch an diesem Videofilm ist, das er Auskunft erteilen kann – und das nicht nur zur Eröffnung. Dennoch wird man dieser Arbeit nicht gereicht, wenn man sie wie eine gewöhnliche Fernsehdokumentation betrachtet. Das Video als Kunstgattung ganz allgemein fördert eine Bedächtigkeit des Schauens mit dem Ziel Reflexion und Selbstreflexion zu ermöglichen. Damit steht es im Gegensatz zum schnelllebigen, mehr den flüchtigen Konsum unterstützenden Medium Fernsehen.