4. Februar 2017
19:30 Uhr
Im Gespräch
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Hubert von Goisern
(Foto: Konrad Fersterer)

Hubert von Goisern und Frido Hütter

»Musik, die in keine Schublade passt«

Seit mehr als einem Vierteljahrhundert ist Hubert von Goisern auf den Bühnen Europas unterwegs – als musikalischer Botschafter Österreichs, als Volksmusik-Erneuerer, als Entstauber und Individualist. Und dabei immer auch: als er selbst. Hubert von Goisern hat nie das gemacht, was von ihm erwartet wurde, und war damit konsequent erfolgreich. Musikalisch wird er von vielen der Neuen Volksmusik zugerechnet; geläufiger ist speziell zur Beschreibung seines Stils der Begriff Alpenrock – in vielen Kreisen gilt er als Erfinder dieses Genres.

Unter dem Motto »Musik, die in keine Schublade passt« wird Hubert von Goisern mit dem ehemaligen Kulturchef der Kleinen Zeitung Frido Hütter über Traditionen, Ideologien, kulturelle Grenzen und deren Festigung und Überschreitung sprechen und sich mit dem Spannungsfeld Weltmusik versus Volksmusik auseinandersetzen. Der ausgewiesene Musik- und Filmexperte Hütter wird das Gespräch aber nicht alleine führen – die Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, die Diskussion zu bereichern und sich am Gespräch zu beteiligen.


Veranstaltungsrückblick:
»Im Gespräch« mit Hubert von Goisern und Frido Hütter

Rund 250 Besucherinnen und Besucher, darunter Ex-Landeshauptmann Franz Voves mit Familie sowie Gerhard Roth, zog es ins Greith-Haus, um den heimischen Ausnahme-Musiker Hubert von Goisern einmal abseits der Konzertbühnen zu erleben.

Der Musiker fühlte sich sichtlich wohl im vollen Greith-Haus, und im Gespräch mit dem Kulturjournalisten Frido Hütter ließ er viel Persönliches aus seinem Leben wissen, über seine Jugend und wie er zur Musik kam, seine Reisen und musikalischen Entdeckungen (zum Abschluss griff er sogar zum Mikrophon und sang ein philippinisches Volkslied) und natürlich über den Erfolg, den er mit Liedern wie »Hiatamadl« und »Brenna tuat’s guat« hatte.

Die Gäste im Greith-Haus lauschten gespannt und begeistert, schließlich hat man nicht oft die Gelegenheit, den Menschen hinter einer Kunst kennenzulernen, dessen Lieder landauf, landab bekannt sind. Auch für Frido Hütter, der sich seit seinen Jugendjahren mit der Musik des Landes und der Welt beschäftigt, war es ein spannendes Vergnügen, diesen Gesprächsabend mit dem Musik-Rebellen – wie Hubert von Goisern oft bezeichnet wird – zu verbringen. Der Abend war aber auch insofern ein ganz besonderer, da sich Hubert von Goisern momentan eine längere Auszeit von den Bühnen der Welt verschrieben hat, um sich dem Leben abseits seiner (öffentlichen) musikalischen Kunst zu widmen.

So war auch die zweite Ausgabe der neuen Reihe »Im Gespräch« (nach Erzbischof Franz Lackner und Hubert Patterer im Vorjahr) ein schöner Glücksfall und von Offenheit und viel Persönlichem geprägt, von einer angenehmen Atmosphäre und der seltenen Möglichkeit, einen der bedeutendsten österreichischen Musiker der Gegenwart sehr privat kennenzulernen.
 

Fotos: Kurt Jammernegg/Greith-Haus