17. Juni 2000
18:00 Uhr
Tribüne
Oswald Oberhuber

Oswald Oberhuber: Ein Fest für alle

Er ist Bildhauer, Maler, Zeichner, Schreiber, Kunsttheoretiker, Kurator, Galerist, Hochschullehrer (und Rektor) sowie Politiker – indem er »Kulturpolitik zur eigenen Kunstform filterte«. Oswald Oberhuber hat seit seinen jugendlichen Anfängen im Tirol der Vierzigerjahre künstlerisches Universum entworfen, das exemplarisch in doppeltem Sinn für die Entwicklung der Moderne in Österreich ist. Jean Hoet meint, Oberhubers Bedeutung für Österreich liege vor allem auf geistiger Ebene: das sind nicht nur seine Initiativen an der Hochschule für Angewandte Kunst – dort hat er z. B. Videokunst als eigene Disziplin etabliert, auch sein Engagement für neue Kunst unter anderem als Leiter der Galerie nächst St. Stephan, außerdem war er einer der ersten, der die in faschistischen Zeiten verfemten Künstler der österreichischen moderne wieder entdeckt hat – mit der Ausstellung »Die Vertreibung des Geistigen aus Österreich« (1985) oder später der Dokumentation »Zeitgeist wider den Zeitgeist«.