20. Januar 2001
20:00 Uhr
Tribüne
Pier Paolo Pasolini

Pier Paolo Pasolini

Offenheit im Denken und Zulassen in der Anschauung sind Grundsätze, um die man sich im Kulturhaus St. Ulrich bemüht. Diese Toleranz sucht die Grenzen des Volkstümlichen auszuloten, aber auch des Intellektuellen. Einer der bedeutendsten Steuerer der Ideologiediskussion der Siebzigerjahre war Pier Paolo Pasolini, sein Wirken ging weit über die Grenzen Italien hinaus. Der Film »Die 120 Tage von Sodom« wurde 1975, im Todesjahr des Künstlers, gedreht. Pasolini zitiert im Film Gottfried Benn: »Tatsächlich ermöglicht erst die Macht die Anarchie«, und so sind es seine Exzellenz, der Herr Präsident, der Monsignore, die zwischen 1934 und 1944 während der faschistischen Herrschaft auf einem Landgut in Italien ein Inferno der Leidenschaft, der Scheiße und des Blutes erreiche, wie es an Brutalität nicht übertroffen werden Kann.

Christine Frisinghelli hat sich auch im Rahmen des »steirischen herbstes« mit dem Regisseur Pasolini auseinandergesetzt, sie wird in den Film einführen.