9. April 2016
20:00 Uhr
Konzert
Skolka
Foto: Alexander Seidl

Skolka

Denk global, daunz lokal! Es gibt eine Musik, die sich im Moment rascher, merkbarer und nachhaltiger als viele andere Stile und Genres in diesem Land (und darüber hinaus) breitmacht: Skolka spielt sie.

Es ist Musik, die ungeniert Mundart und regionalen Dialekt als Sprache nicht nur zulässt, sondern nachgerade forciert – und auch traditionelle musikalische Formen wie Polka nicht scheut. Heimat und Tradition sind plötzlich keine verfemten Begriffe mehr, ohne dass man den alten Chauvinisten, neuen Grenzzaunziehern und ewigen Heimattümlern Vorschub leisten würde. Denn diese Töne haben sich ihre Aktualität, Dringlichkeit und Weltläufigkeit in einem langen Lernprozess erkämpft, der bis zu Elvis, den Beatles und Jazz, Soul, Funk, Ska und Reggae zurückreicht.

2008 in den tiefsten Kellerröhren des Weinviertels entstanden, sorgt die achtköpfige Band Skolka seitdem für Wirbel in der österreichischen Musikszene.

Einhundert Prozent Weinviertler Dialekt, eine spritzige Mischung aus Ska und Polka – man ahnt, woher der Bandname rührt. Druckvolle Posaunen und Trompeten, ein lässiger Kontrabass, dazu Gitarrenriffs und Trommelschläge, die in den Füßen jucken: so anregend aufgeregt, spielfreudig und ansteckend. Schon in den ersten Jahren heizte Skolka ihren Fans als Support von längst etablierten Acts wie Russkaja oder Alkbottle ordentlich ein und brachte frischen Wind auf die Tanzflächen Österreichs. Die erste EP »Gemma Gemma!« erschien 2013, ins Greith-Haus bringen sie ihren jüngsten Tanzbodenfeger »daunzboa« mit.


Konzertrückblick

So viel Fröhlichkeit und heitere Stimmung gab es schon lange nicht mehr im Greith-Haus: Mit einem herrlichen Mix aus verschiedenen Stilrichtungen, gepaart mit tiefsinnigen Texten im Weinviertler Dialekt, heizte die achtköpfige Truppe ganz nach ihrem Credo »Denk global, daunz lokal!« ordentlich ein. Lauststark, mitreißend, stimmgewaltig – kaum einer konnte beim Rhythmus dieser dynamischen und sympathischen jungen Band ruhig sitzen bleiben. Zumal es den Musikern (allesamt Profis) gemäß ihrem Motto und dem dazu passenden Plattentitel »daunzboa« ja auch um die Tanzbarkeit ihrer Stücke geht.
Die Besucher waren schlicht begeistert – nicht zuletzt deshalb, weil das Greith-Haus mit diesem Konzert (wie heuer schon mehrfach) bewiesen hat, dass es auch abseits des »klassischen« Brass- und Jazz-Programms Hochkarätiges zu bieten hat.

PS. Natürlich gab es auch diesmal wieder die beliebten Bildautogramme – während der Veranstaltungen angefertigte Fotos, die von den Künstlern im Anschluss signiert werden – wofür das Publikum wie schon bei den letzten Veranstaltungen Schlange stand.

Fotos: johnnywh.at / Gerald Leitgeb