17. März bis 26. Mai 2018
 
Fotoausstellung
Gerhard-Roth-Spuren
Foto: Gerhard Roth

Gerhard Roth. Spuren.

Aus den Fotografien von 2007 bis 2017

Vernissage: Freitag, 16. März 2018, 19 Uhr

Die neuen Fotos von Gerhard Roth spüren einer sich auflösenden Dingwelt nach. In der Mikro­welt entdeckt der Autor Schönheit und Poesie.

In seinen aktuellen digitalen Bildern erforscht Gerhard Roth die Mikrostrukturen des Lebens in der Peripherie: Rinde, Rost, Schimmel, Eis, Holz, Pilze, ein alter Eisenbahnwaggon und noch vieles mehr: Diese neuen Bilder sind aus extremer Nähe aufgenommen und bisweilen am Computer nachbearbeitet. Sie geben die Oberflächenstrukturen der Dinge wieder, durch die Fokussierung auf das Detail wird das Bekannte und Konkrete abstrakt. Die ausschnitthafte, intensivierte Realität kündet vom Sich-Auflösen der Form, erinnert an sinnliche Farblandschaften aus der bildenden Kunst. Der Fotograf Gerhard Roth macht die Schönheit im Alltäglichen sichtbar, seine Bilder bleiben – ebenso wie die japanischen Kurzgedichte – mehrdeutig: Sinnsuche in der Welt des Kleinen, des Unvollkommenen und Fragmentarischen. (Residenz Verlag)

Zur Ausstellung erscheint bei Residenz der gleichnamige Fotoband »Gerhard Roth: Spuren« im Auftrag des Franz-Nabl-Instituts für Literaturforschung, herausgegeben von Daniela Bartens und Martin Behr. Die Ausstellung wird in Kooperation mit dem Literaturhaus Graz durchgeführt.

Eintritt frei. Ausstellung geöffnet nach telefonischer Vereinbarung und an Veranstaltungstagen ab 14 Uhr.

Gerhard Roth, 1942 in Graz geboren, lebt seit 1976 als freier Schriftsteller in Wien und in der Südsteiermark. Abgebrochenes Studium der Medizin an der Karl-Franzens-Universität Graz, später Abteilungsleiter für Organisation im Rechenzentrum Graz. Zahlreiche Romane, Erzählungen, Essays und Theaterstücke, darunter den 1991 abgeschlossenen, siebenbändigen Zyklus »Die Archive des Schweigens« sowie den acht Bände umfassenden »Orkus«-Zyklus.

Seit Mitte der 1970er-Jahre hat Gerhard Roth die südsteirische Landschaft und ihre Bewohner in analogen Fotografien festgehalten, die in regelmäßigen Abständen auch im Greith-Haus ausgestellt zu sehen sind. Für sein Werk wurde Gerhard Roth mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet, zuletzt erhielt er den Großen Österreichischen Staatspreis. Gerhard Roth zählt zu den wichtigsten deutschsprachigen Autoren der Gegenwart.


R Ü C K B L I C K

Vielbeachtet und bestens besucht war die Ausstellung im Literaturhaus Graz, die derzeit im Greith-Haus zu sehen ist.

Zahlreiche Gäste ließen sich die Vernissage der Fotoausstellung »Gerhard Roth. Spuren.« im Greith-Haus nicht entgehen. Zur Einführung von Emil Gruber in die fotografische Welt des Autors erklangen lyrische Texte und stimmgewaltige Lieder von Mozart, Schubert, Wolf u.a., eindrucksvoll dargeboten von der Sängerin Christina Gorke und dem Pianisten Stipe Bilić von der Kunstuniversität Graz.

Die Ausstellung ist noch bis zum 26. Mai 2018 im Greith-Haus zu sehen und wandert im Anschluss weiter ins Literaturhaus Wien.
 

Fotos: johnnywh.at / Gerald Leitgeb